06.02.2018 14:27

Was tun wenn's brennt – Börsenpanik

An nur einem Tag hat der Dow Jones so viele Punkte verloren, wie noch nie zuvor. Genauer gesagt waren es 1.175 Punkte, Schlussstand 24.346 ein Minus von 4,6 Prozent. Nur wenige Tage zuvor war der amerikanische Leitindex auf ein neues Allzeithoch geklettert - und jetzt, alles futsch. Kein Wunder, dass an der Wallstreet gerade Ausnahmestimmung herrscht.

Natürlich hat sich auch der DAX von der regelrecht panischen Stimmung anstecken lassen und sackt in den Keller. Sieht man sich die beiden Charts der Indizes an, sieht es sogar noch schlimmer aus, als es sich anhört.

Was ist da los? Warum brechen die Börsen so derart ein, wenn die Welt letzte Woche doch noch alles in Ordnung schien. Und vor allem: Wie geht es jetzt weiter? Wie so oft, lässt sich sowohl für das eine, als auch für das andere keine Pauschalantwort finden. Nachfolgend ein paar Erklärungs-, bzw. Beruhigungsversuche:


  • So paradox es auch klingen mag, aber das Absturz an der Wallstreet lieg in der guten Wirtschaftsentwicklung der USA begründet. Diese könnte jedoch die US-Notenbank FED dazu veranlassen, die Leitzinsen wieder schneller steigen zu lassen, als den Anlegern lieb ist. Denn: Hohe Zinsen sind Gift für die Aktienmärkte. Die Beziehung zwischen beiden ist zwar eher indirekter Natur, aber nicht minder eklatant. Je höher die Zinsen steigen, desto attraktiver werden alternative Anlageformen, wie zum Beispiel verzinste Anleihen. Anleger kehren ihnen zuliebe den Aktien gerne mal den Rücken zu, so auch im jüngsten Fall.
  • Der sog. automatisierte Handel hat den gestrigen Absturz zusätzlich befeuert. Im US-Handel wurden bestimmte Chart-Marken erreicht, die bei zahlreichen automatischen Programmen Verkäufe ausgelöst haben. ETFs (siehe neues Video) und andere Index-Fonds machen mittlerweile rund 70 Prozent des Handels aus und werden komplett rechnergesteuert. Und kommt da erstmal was ins Rutschen, lässt die Lawine nicht lange auf sich warten.
  • Außerdem war eine Korrektur an den Aktienmärkten auch einfach mal überfällig. Seit ziemlich genau zwei Jahren haben wir bei den großen Indizes keine nennenswerten Korrekturen mehr gesehen. Sie stiegen nahezu unaufhörlich, vor wenigen Tagen erst auf neue Rekordstände. Da geht es an der Börse zu, wie im wahren Leben: Auch die schönste Party geht irgendwann mal zu Ende. Kurskorrekturen, oder auch euphemistisch 'Verschnaufpausen' genannt, gehören einfach zu jedem gesunden Kursverlauf dazu. 
Außerdem muss man sich vor Augen führen, dass die Verluste nicht durch einen schlechten Allgemeinzustand der Wirtschaft hervorgerufen wurden, sondern durch das genaue Gegenteil. Uns geht es gut, zumindest im Mittel... Dass die Aktienmärkte früher oder später die Rechnung für das billige Geld der Notenbanken zahlen mussten, dürfte vielen klar gewesen sein. An dieser Stelle ein Zitat von ARD/HR-Korrespondent Markus Grüne: "Es wird endlich Zeit, dass wieder Unternehmensberichte und Wirtschaftsdaten in den Ländern den Rahmen vorgeben - und nicht mehr die Notenbanken. Denn bei diesem Absturz konnte man sehen, wohin das führt."

Wie weit es jetzt noch nach unten geht oder ob sich das Blatt jetzt genauso schnell wieder wendet, wie es sich zuvor gedreht hat, ist leider gerade reine Spekulationssache. Bei meinen Recherchen im Netz und hier bei uns im Haus, bei DER AKTIONÄR, bin ich auf genau zwei Lager getroffen: Die Pessimisten und die Optimisten. 

Ich selbst zähle mich zu Letzteren und Ihr hoffentlich auch!


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