11.12.2017 10:17

Endlich Apple-Aktionär(in)

Kolumne von Cornelia Eidloth für DER ANLEGER November 2017


Auch auf die Gefahr hin, albern zu klingen, aber Apple gehört für mich, nun ja, irgendwie zum Leben dazu. Mein erstes MacBook habe ich mir vor zehn Jahren mühsam von meinem überschaubaren Volontärsgehalt zusammengespart. Ich erinnere mich noch gut, wie ich damals unendlich stolz und voller Vorfreude den Apple-Retailer in Regensburg mit meiner weißen Tüte verlassen habe. Viele Jahre hat mich die glänzend weiße Schönheit begleitet durch Studium und Arbeit, unendlich viele Texte und Fotos für mich gespeichert, meinen ersten Social-Media-Account verwaltet (StudiVZ!) und iTunes-Playlists für mich abgespielt. Obwohl, eigentlich hat das MacBook die Playlists nur zusammengestellt, abgespielt hat sie selbstverständlich mein pinker iPod Mini, den ich mir schon ein paar Jahre zuvor geleistet hatte. Beide Geräte waren im Dauereinsatz. Es war einfach so unkompliziert, fast schon elegant und mondän, mit ihnen zu arbeiten, zu leben. Man kam sich gleich irgendwie kreativer und produktiver vor. Und nein, ich habe mich nie demonstrativ in Coffee-Shops zu Latte macchiato und Pekan-Cookies damit niedergelassen. Na gut, vielleicht ein Mal.

Das weiße MacBook und der pinke iPod Mini wichen im Laufe der Jahre neueren, schlankeren und schnelleren Modellen, aber immer aus dem Hause Apple. Bis heute bin ich der Marke loyal ergeben (und zum Glück keine Volontärin mehr). iPod, iPhone, MacBook – rauf und runter. Dass andere Hersteller technisch angeblich weiter sind, interessiert mich ehrlich gesagt nicht, ich bin ja kein Geek. Nur ein Ästhet. Und außerdem bequem: Nichts harmoniert so schön wie ein Apple-Produkt mit einem Apple-Produkt.Den wahrscheinlich hipsten Apple-Artikel besitze ich aber gar nicht und das ärgert mich zugegebenermaßen sehr. Hätte ich vor zehn Jahren nur ein kleines bisschen mehr gespart (und auf der Arbeit ein bisschen besser hingehört), hätte ich mir gleich einen ganzen Schwung Apple-Aktien kaufen können. Von der Rendite könnte ich mir heute ohne mit der Wimper zu zucken ein iPhone X kaufen und noch gleich drei weitere zum Verschenken dazu. Aber besser eine späte Erkenntnis als gar keine. Auch wenn die Apple-Aktie in Zukunft vielleicht nicht mehr so extrem steigen wird wie in den letzten Jahren, ein bisschen was ist auf jeden Fall drin. Apple hat ja angeblich viele so treue Anhänger wie mich. Und außerdem gibt es ja noch andere verheißungsvolle Aktien. Da bin ich völlig offen.

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