26.02.2018 15:18

Die neue Börsen-Revue!

Kolumne von Cornelia Eidloth für DER ANLEGER März 2018

2007 durfte ich als Praktikantin meine erste Pressekonferenz für das Deutsche Anleger Fernsehen besuchen. Geladen hatten ein Unternehmen, das ich kannte, Puma, und eines, von dem ich bis dato nur wusste, dass sein Chef mit einer Hollywood-Schauspielerin ausging und er jetzt irgendwie auch schwer an Puma interessiert war - PPR. Die beiden Vorstandsvorsitzenden Francois-Henri Pinault und Jochen Zeitz kamen dafür im Partner-Look. Weißes Hemd, gebräunter Teint, die oberen Knöpfe ofen, schwarzes Jacket. Beide wollten für ihre gemeinsame Sache Werbung machen, vom bloßen Hinsehen konnte man schwer sagen, ob es ein Actionflm oder eine profane Geschäftsübernahme war. Bei so viel Charisma auf einmal, könnten die Aktionäre aber nicht anders als „Ja“ sagen und so wurde Herzogenaurach ein bisschen Paris.

Zwölf Jahre später ist alles anders. Das R und eines der Ps hat PPR schon lange verkauft. Seitdem nennt sich der Luxuskonzern bescheiden Kering, gemäß dem Motto „sharing is caring“. Und so hat man die schicke Kaufhauskette Printemps und den Versandhändler La Redoute an andere verteilt. Natürlich auch weil selbst der hochpreisigte Grabbeltisch einfach mehr in das Luxusschema des letzten verblieben Ps, Pinault höchstselbst, passte. Ebenso wie das dritte, allerdings nicht namensgebende P – Puma. Allerdings musste Pinault nicht mit seinem einstigen Fashion- Buddy Zeitz Schluss machen, sondern mit dessen (fast direkten) Nachfolger Bjørn Gulden, einem ehemaligen norwegischen Fußballspieler. Zwischendrin gab es da noch Franz Koch, den Jochen Zeitz quasi selbst herangezüchtet hatte, als merkte, dass ihm Umweltschutz mehr lag als Sport und Lifestyle. Pinault war allerdings nicht so angetan von dem jungen Zögling und feuert ihn nach nur zwei Jahren an der Spitze von Puma ohne einen Nachfolger in der Hinterhand zu haben. Das Chaos in Herzogenaurach war komplett, besonders als zwischenzeitlich ein fachfremder Bohemien aus Frankreich das letzte bisschen Ordnung abschafte. Heute versucht der Norweger Puma wieder auf die Spur zu bringen. Ganz „hygge“ ist der auch gar nicht enttäuscht über die Trennung von Pinault und freut sich sehr plakativ über die neue Freiheit. Pinault hat zwischenzeitlich die Hollywood-Schauspielerin geheiratet. Salma Hayek und er haben sogar eine kleine Tochter bekommen. Die ist genauso alt, wie das Kind von Supermodel Linda Evangelista, die Pinault zur selben wie Hayek kennenlernte. Um Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, zahlt Pinault einfach für beide Kinder und Hayek ist nicht allzu böse, weil sie zur besagten Zeit wohl mal ganz kurz von ihrem millionenschweren Mann getrennt war. 

Da sag nochmal einer, Börse sei langweilig.

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