24.01.2018 09:09

Aber mich fragt ja keiner!

Kolumne von Cornelia Eidloth für DER ANLEGER Februar 2018

Fußball-Enthusiasten sind schon eine ganz besondere Spezies. Sie können stundenlang fachsimpeln über „ihre“ Mannschaft, das letzte Spiel bis ins kleinste Teil analysieren, die Entscheidungen des Trainers gründlichst hinterfragen und die Performance der Spieler gnadenlos kritisieren. Die Wortwahl ist dabei nicht immer glücklich.

In der Regel war der Schiri ein einziger #**?%, die Entscheidung XY einzuwechseln absolute #**?% und die ganze Saison einfach nur für den #**?%. Oder um es auf den Punkt zu bringen: „Buuuuhhhh!!!!“ Jede dieser fatalen und unverzeihlichen Fehlentscheidungen ist natürlich sofort vergeben und vergessen, wenn am Ende der Saison ein Pokal im Regel steht.

Was hat das denn jetzt mit Aktien zu tun, mögen Sie sich fragen? 

Hört man den Gesprächen von stark involvierten Aktionären zu oder liest vielmehr ihre Internet-Kommentar-Romane schwingt in meinem inneren Ohr irgendwie immer ein leiser Vuvuzela-Klang mit.

Fußball-Fans und Aktionäre haben mehr gemein als ihnen vielleicht lieb oder zumindest bewusst ist. Ebenso wie der versierte Fußball-Fan, der zuletzt vor zwanzig Jahren eigenbeinig auf dem Bolzplatz stand, kann auch der Aktionär, trotz rudimentärer BWL-Kenntnisse genau sagen, was zu tun ist, damit alles gut wird. Einen Multi-Millionen-Dollar-Konzern zu managen? Ein Kinderspiel! Die Fußball-WM bereits in Runde drei für sich entscheiden? Kein Thema! Die Zukunft voraussagen? Nichts einfacher als das! 

Ist das Besserwisserei oder einfach nur Leidenschaft? Wie dem auch sei, es ist wichtig! Denn ebenso wie der beste Fußball-Club der Welt nichts ohne sein Fans ist, ist auch eine Aktiengesellschaft witzlos ohne Aktionäre. Und so ein bisschen Kritik hat noch keinem geschadet.



Sie wollen selbst ein bisschen von der Trainerbank schimpfen? Werden Sie gemeinsam mit Cornelia Eidloth #endlichAktionär! Garantiert besserwisserfrei! Alle Infos unter www.endlichaktionaer.de

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